In diesem Jahr werden allein in Deutschland rund 16 Millionen Smartphones und knapp 3 Millionen Tablet-Computer verkauft, so die Marktforscher des Branchenverbandes BITKOM. Zu den wichtigsten Anwendungen gehört dabei sicherlich der mobile Internetzugriff. Für vertriebsorientierte Unternehmen also höchste Zeit, ihr Online-Angebot an die technischen Einschränkungen dieser Geräte anzupassen.
Anpassung erforderlich
Erinnert sich noch jemand an WAP, das „Wireless Application Protocol“? Mit dieser Technologie war es möglich, Internetseiten auf Handys darzustellen – in entsprechend angepasster Form. Das hieß: Keine Fotos, große Buchstaben. Geschuldet wurde dies den kleinen Displays und den geringen Übertragungsraten. Das ist über zehn Jahre her. Heute lächeln viele Website-Betreiber über dieses „steinzeitliche“ Format und kommen gar nicht auf die Idee, ihre mit allen Schikanen ausstaffierten Seiten an mobile Bedürfnisse anzupassen. Ein Fehler, denn die großen Displays der Smartphones und UMTS-Flatrates täuschen darüber hinweg, dass mobiles Surfen nur selten wirklich Spaß macht. Schuld daran sind einerseits das Layout der meisten Webseiten, das sich nur per Zoom-Funktion und ständigem „Fingerwischen“ dem Betrachter erschließt, andererseits die wechselnden Übertragungsraten. Manche Seiten brauchen etliche Sekunden, bis sie vollständig auf dem Display erscheinen. Hinzu kommt das von vielen Website-Betreibern favorisierte Multimediaformat Flash. Damit sind jedoch automatisch all jene außen vor, die mit dem iPhone ins Netz gehen. Denn die schicken und äußerst erfolgreichen Smartphones von Apple können nämlich kein Flash verarbeiten.
Automatische Umleitung
Es ist empfehlenswert fürs mobile Business optimierte Seiten anzubieten. Das lässt sich durchaus automatisieren, durch eine einfache Abfrage auf der Webseite. Jeder Internetbrowser verrät beim Zugriff auf eine Webseite seine Identität und die des Betriebssystems. So lässt sich beim iPhone beispielsweise eine Version ohne Flash ins Netz stellen, Browser auf der Android-Plattform erhalten die normale Fassung. Wobei „normal“ nicht mit Standard-Webseiten zu vergleichen ist! Auch heutzutage gilt: Weniger ist mehr! Reine Designelemente sollten für die Smartphone-Version aufs Nötigste reduziert werden, auf großformatige Fotos sollte ebenso verzichten werden wie auf kleine Schriften. Unsere Erfahrung ist, dass 14 Punkt ein guter Wert für die Schriftgröße ist. Besonderer Augenmerk muss auch auf Menüs gelegt werden. Das Menü am Kopf der Seite ist viel besser als an dem ansonsten bevorzugten linken Rand. Auswählen funktioniert hier durch einfaches Auf- und Abrollen. Das ist deutlich einfacher als horizontales Verschieben.
Fakten statt Eigenwerbung
Mit direkten Verkaufsangeboten sollte man vorsichtig sein, vorallem wenn die Eingabe persönlicher Daten oder der Kreditkartennummer abgefragt wird. Hier existiert noch immer eine erhebliche Hürde bei den Nutzern, ob gerechtfertigt oder nicht. Webseiten fürs mobile Business sollten eher als reines Informationsangebot dienen. Denn wer unterwegs ins Netz geht, will schnell und unkompliziert das finden, was er gerade sucht, Fakten über ein Produkt oder eine Dienstleistung etwa. Smartphone-Webseiten sollten somit auf überflüssige Eigenwerbung verzichten und stattdessen pure Information bieten. Dies kommt letztlich auch der Präsenz in Suchmaschinen zugute. Im Dezember vergangenen Jahres hat Google damit begonnen, für Smartphones optimierte Seiten in einen Extra-Index aufzunehmen. Wer jetzt entsprechende Seiten anbietet, kann auf einen schönen Wettbewerbsvorteil hoffen.
Hinweise zu Googles neuem Smartphone-Bot finden sich unter:
http://googlewebmastercentral-de.blogspot.de/2011/12/der-neue-smartphone-googlebot-mobile.html
Letzte Kommentare