Wie der “Hunting Day” neue Kunden bringt
Montag, August 1st, 2011
Was hat Neugeschäft mit dem Waidwerk zu tun? Nichts, könnte man meinen. Bei der Jagd geht es laut der Online-Enzyklopädie Wikipedia um „Aufsuchen, Nachstellen, Fangen, Erlegen und Aneignen“. Dies lässt sich durchaus für Aufträge und Kunden anwenden, glauben derzeit viele traditionell vertriebsstarke US-Unternehmen. Wenngleich bei der Anbahnung in der Regel kein Blut fließt. Wird die „Jagd“ richtig vorbereitet und durchgeführt, lässt sich an einem einzigen Tag so viel Neugeschäft akquirieren wie sonst in zwei Monaten!
Ohne Fleiß kein Preis
Ohne Ihre aufkeimende Lust auf mehr Umsatz dämpfen zu wollen, muss ich jedoch darauf hinweisen, dass eine erfolgreiche Neukundenjagd nicht mal eben so funktioniert. Bevor zum Halali geblasen werden kann, sind drei Grundvoraussetzungen zu erfüllen. Diese Umsetzung erfordert Zeit und Know-how. Das Besondere am ‚Hunting Day‘ ist, dass er nur ein einziges Mal pro Monat stattfindet und an diesem Tag muss alles wie am Schnürchen laufen.
Datenbeschaffung im Team
Wichtigster Eckpfeiler der Jagd ist ein eingespieltes Vertriebsteam. Einige Leute dieses Teams bekommen als kontinuierliche Spezialaufgabe die Suche nach potenziellen Neukunden. Die Kenntnisse über den Wettbewerb und Markt sind dafür unabdingbar. Zur Unterstützung der Suche sollten diese Mitarbeiter über ihren üblichen Horizont hinausdenken können, Hilfe und Tipps in anderen Unternehmensbereichen einfordern und auch als empfindlicher Seismograph gegenüber Kundenmeinungen agieren. Erst wenn diese Vertriebseinheit eine Liste potenzieller Neukunden inklusive Kontaktdaten erstellt hat, kann der Hunting Day installiert werden. Wie viele Namen auf dieser – ständig fortzuschreibenden – Liste stehen müssen, hängt von der Branche, der Anzahl bestehender Kunden und der Größe des Vertriebsteams ab. Maßgeblich sollte immer das Kosten/Nutzen-Verhältnis sein. Ein Kunde, der beispielsweise 1000 Euro Jahresumsatz macht, darf natürlich nicht 500 Euro in der Akquisition kosten.
Hinsichtlich der Struktur der Liste empfehle ich drei Spalten:
- Spalte: Bestimmt für die Kontaktdaten der potentiellen Neukunden.
- Spalte: Bestimmt für die Informationen und das Feedback aus dem Kundengespräch.
- Spalte: Festhalten der nächsten Schritte.
Auf geht’s
Steht die Liste, wird ein Tag zum „Hunting Day“ ausgerufen!
An diesem Tag kümmern sich alle Vertriebsmitarbeiter ausschließlich um das Neugeschäft. Andere Aufgaben müssen vorher erledigt oder verschoben worden sein. Welche Akquisitionsmaßnahmen getroffen werden, hängt natürlich von der Kundenstruktur ab. Mittel der Wahl ist nach wie vor das Telefongespräch. Um hier möglichst effizient zu sein, sollte vorab ein Telefonskript/ Leitfaden, eine Argumentationskette und die Einwandsbehandlung vorbereitet sein. Jeder Mitarbeiter muss das Feedback des potenziellen Neukunden schriftlich festhalten und unbedingt einen Eintrag unter „nächste Schritte“ vornehmen, denn diese Spalte offenbart schließlich den persönlichen Erfolg des Vertriebsmitarbeiters.
Geld allein genügt nicht
Motivation ist bekanntlich der Motor jeglichen Tuns und die Höhe der Abschlussprovision dient sicherlich als starke Triebfeder. Es gibt jedoch auch noch viele andere Motivatoren wie beispielsweise Incentive Reisen oder sonstige Geschenke. Der Wichtigste Motvator beim Hunting Day ist jedoch die Genugtuung! Mit Genugtuung ist die Freude gemeint, die ein Vertriebsmitarbeiter empfindet, wenn er einem Kunden wirklich helfen konnte. Geld ist zwar wichtig, aber es entbehrt der Emotion. Bedankt sich ein Kunde aber aufrichtig für ein Angebot, bringt das dem Unternehmen letztlich mehr ein als eine ausgezahlte Provision – nämlich einen bis in die Fingerspitzen motivierten Mitarbeiter.
Dieser geballte Enthusiasmus ist der Hauptgrund warum der Hunting Day so erfolgreich ist. Ein einziges gut abgeschlossenes Gespräch kann zehn erfolglose kompensieren. Aber eben nur in engem zeitlichen Rahmen.






Letzte Kommentare